Harald Vavrovsky ist docu tools-User der ersten Stunde. Hier eine kurzweilige Episode aus seiner Praxis auf der Baustelle.

Der Gully

Bei einer Begehung mit dem Generalunternehmer eines Auftraggebers hatte ich eine lange Liste von Pins erarbeitet. Die Diskussion über die Ausführung ging damals sehr ins Detail. Im konkreten Fall ging es um eine Verschraubung eines Gullys im Boden. Die Verschraubung wurde von mir begründet beanstandet und mittels Foto in docu tools festgehalten.

Gully

Die Erkenntnis

Zwei Monate später, bei der nun angesetzten Mängelbehebungsbegehung, kamen wir natürlich wieder zu dem Gully. Die Vertretung des Generalunternehmers behauptete felsenfest, dass der Gully ausgetauscht wurde und kam mit allerlei Begründungen, weshalb das erledigt sei.

Mit einem Lächeln öffnete ich das Foto in docu tools, vergrößerte den Bildausschnitt – und hielt das ursprüngliche Foto neben den angeblich ausgetauschten Gully. Es war extrem schnell sehr ruhig im Raum und es wurde widerspruchslos meine Weigerung der Erledigungsbestätigung akzeptiert. Sogar die Stellung der Schrauben war dieselbe – es war also rein gar nichts erledigt!

Der Generalunternehmer hatte natürlich ein pdf mit dem Begehungsbericht erhalten, diesen als Ausdruck mitgenommen, konnte aber nicht so ins Detail zoomen, und meinte, dass ich das auch nicht könnte, und daher meine Argumentation ins Leere läuft. Aber: ich habe docu tools.

Das Vergnügen

Interessanterweise kam es seit damals bei dieser Baustelle, wenn es um meine Dokumentation ging, nie mehr zu solchen Diskussionen. Woran das liegt?

Bei diesem Projekt kämpfen wir mit enorm langen Mängelpunktlisten, die Verortung ist aber mit docu tools extrem einfach und sehr anschaulich. Die Verwaltung der Mängel ist wegen der Dichtheit der gesetzten Pins am iPad nicht unbedingt ein Kinderspiel (eine enorme Menge), aber extrem viel leichter. Der große Plan, der Detailplanausschnitt und die Medien dazu (Fotos und Text) macht ein Abarbeiten bekannterweise genial einfach. Arbeit bleibt Arbeit und kann daher mühsam sein. Aber warum sollte Arbeit nicht auch manchmal (fast) ein Vergnügen sein?

Arch. DI Harald Vavrovsky, 11/2018

http://www.vavrovsky.eu/